Founders & Faces #3: Dear Darling Berlin

In unserer Rubrik Founders & Faces stellen wir Dir jeden Monat inspirierende Gründer*innen und Gesichter aus Fashion, Beauty und Lifestyle vor. Dieses Mal haben wir mit Lisa Zaiser, der Gründerin des sustainable Schmucklabels DEAR DARLING BERLIN, u.a. über ihre Herzensthemen sowie Tipps & Tricks rund um eine Work-Life Balance gesprochen.

Wer und was verbirgt sich hinter Dear Darling Berlin?

Ich bin Lisa, 26 Jahre alt aus Berlin und habe Anfang 2020 mein Responsible Fine Jewelry Label Dear Darling Berlin gegründet, welches sich auf nachhaltig und verantwortungsvoll hergestellten Schmuck konzentriert. Ich sage immer gern: ich möchte die Schmuckwelt nachhaltiger und die Businesswelt weiblicher machen. Ich finde, das passt ganz gut! Denn als Gründerin möchte ich auch mit gutem Beispiel vorangehen. Nun - nachhaltiger Schmuck - das klingt gut. Aber was ist das überhaupt? Unser Schmuck wird aus recyceltem Silber und Gold gefertigt, lokal in Italien und Deutschland. Unsere Designs sind zeitlos und minimalistisch, unabhängig von Saisons und schnelllebigen Trends und bringen so auch lange Freude! Kurze Transportwege, ressourcenschonende Materialien - darauf legen wir großen Wert.

Gibt es eine Geschichte zum Namen Deines Labels?

Die gibt es! Schon während meinem Studium habe ich Ideen gesammelt, was und wie genau ich gründen könnte. Dabei fängt man ja oft mit den ‚spaßigen‘ Sachen an, z.B. wie könnte ein Logo aussehen und wie könnte die Marke heißen? Also haben mein damaliger Freund (heute Ehemann) Jan und ich viel recherchiert und überlegt. Als wir abends mal auf der Bank im Garten bei einer Hochzeit saßen, kam uns irgendwie Dear Darling Berlin in den Sinn. Und naja, auch wenn ich noch 3 Jahre gebraucht habe bis ich tatsächlich mein Unternehmen angemeldet habe, den Namen gibt es schon etwas länger. Und ich mag ihn sehr, denn ich finde er bleibt im Kopf und bringt das süße, liebliche und persönliche aus ‚Dear Darling‘ und das weltoffene, selbstbewusste ‚Berlin‘ perfekt in Einklang. 

Wie bist Du dazu gekommen Dein Label zu gründen? Gab es einen ausschlaggebenden Moment, der Dich zu diesem Schritt bewegt hat? 

Mir hat es schon immer großen Spaß gemacht Dinge zu kreieren, anderen eine Freude zu machen und die Verantwortung für Projekte zu übernehmen. Daher war mir auch immer klar, dass ich früher oder später ein eigenes Unternehmen gründen möchte. Ich habe zwar auch direkt nach meinem Studienabschluss schon mit dem Gedanken gespielt, mich aber aus verschiedenen Gründen irgendwie noch nicht bereit für die Selbstständigkeit gefühlt. Daher bin ich nach dem Abschluss erst mal nach Berlin zu meinem Freund gezogen und bin als Sales Managerin bei einem der größten Online-Marktplätze in Europa für Beauty-Bookings eingestiegen. Dort war ich dann ca. 2,5 Jahre - happy und erfolgreich. Gemeinsam mit meinem Mann Jan, der bereits vor mir ein eigenes Unternehmen gegründet hatte, haben wir immer wieder über meine Selbstständigkeit gesprochen. Wie könnte ich das umsetzen? Was könnte ich genau machen? Wann sollte ich endlich loslegen? An einem relativ milden Wintertag saßen wir dann an der Spree in Berlin und haben einen Cappuccino getrunken und geredet. Und irgendwie war das der Beginn von meinem Label Dear Darling Berlin. Der Wunsch nach etwas eigenem und auch der Mut, sich auf die Herausforderung ‚Gründen‘ einzulassen, war da und so ging es los. (Hier möchte ich aber anmerken, dass der Mut zwar da war, aber der Respekt, tausend Fragezeichen und eine gute Portion Zweifel auch). Anfang 2020 habe ich dann Dear Darling Berlin gegründet als Nebengewerbe und schnell gemerkt, dass sich Vollzeitjob und Selbstständigkeit zwar bis zu einem gewissen Grad verbinden lassen, ich aber einfach ‚mehr‘ wollte und der Zuspruch für Dear Darling Berlin kontinuierlich größer wurde. Deswegen habe ich den Vollzeitjob als Teamlead im Sales dann beendet und arbeite seitdem für Dear Darling Berlin - und noch ein wenig für das Unternehmen von Jan. Wir haben quasi zwei Familienunternehmen und jeder hat die Hoheit über sein eigenes.

Wofür stehst Du mit Deinem Label?

Zeitlose, moderne & nachhaltige Fine Jewelry. Ich möchte mit meinem Label zeigen, dass sich Qualität, Nachhaltigkeit und Design nicht ausschließen, sondern im Gegenteil glänzend miteinander verbinden lassen.

Welche Themen liegen Dir besonders am Herzen? 

Mir liegen vor allem die Themen Nachhaltigkeit und Female Empowerment am Herzen. Deswegen versuche ich mich auch für beides stark zu machen - und zwar nicht nur durch schöne Worte, sondern schöne Taten. Als Gründerin möchte ich mit gutem Beispiel voran gehen, andere inspirieren ihren eigenen Weg zum Unternehmer*in sein zu gehen. Dafür ist es mir wichtig, ehrliche und authentische Einblicke in die Ups and Downs des Gründens zu geben, z.B. via Social Media. Ich möchte aber auch anderen Gründerinnen eine Plattform geben, sich und ihre Geschichte / Vision vorzustellen. Daher habe ich die Female Founder Stories ins Leben gerufen, ein Interviewformat bei uns im Shop und auf Instagram. Im September 2021 veranstalten wir auch unser erstes Female Founder Event „Hummeln im Hintern“ in Berlin, um Gründerinnen zu verbinden und sich auszutauschen. Networking is everything! Auch das Thema Nachhaltigkeit zieht sich durch mein junges Label. Ich möchte ein verantwortungsvolles und gutes Unternehmen aufbauen. Für mich bedeutet das: lokale Produktion und die Verwendung ressourcenschonender Materialien, wie z.B. recyceltes Silber und Gold. Es gibt in vielen Bereichen der Modebranche schon tolle Brands, die sich auf Nachhaltigkeit spezialisiert haben - im Jewelry Bereich findet man das bisher nicht. Wenn es nachhaltig ist, ist es oft nicht schön (oder unbezahlbar) und wenn es schön ist, ist es oft nicht nachhaltig. Auch wissen viele nicht, dass in der Schmuckbranche nicht immer alles Gold ist, was glänzt. Ausbeutung, schlechte Arbeitsbedingungen, Kinderarbeit, Umweltschäden - vieles davon ist Alltag. Das finde ich nicht nur schade, sondern auch untragbar - darüber möchten wir aufklären, denn es geht auch anders - und wir zeigen wie.

Wie kommst Du auf die Produkt- und Designideen? Was inspiriert Deine Designs?

Ich liebe alles, was klassisch ist. Unkompliziert schick - das ist eines meiner Mantras. Meine Mama hat mich und meinen Stil früh geprägt - es ist witzig, wie ähnlich unser Geschmack heute ist. Daher ziehe ich auch viele Inspirationen aus Schmuckstücken und Designs, die sie selbst gerne getragen hat und tausche mich gern mit ihr aus. Ich informiere mich aber natürlich auch über Neuheiten in der Branche. Hier gibt es so viele tolle Innovationen und ich hoffe, ich kann bald mit einer besonderen Kollektion an den Start gehen! Mir ist es außerdem wichtig, unsere Community miteinzubeziehen. Deswegen fragen wir oft proaktiv: was wünscht ihr euch? Wir sammeln jedes Feedback, jede Idee und jede Nachricht. Wir erstellen Moodboards und Pinnwände und zeichnen auch hin und wieder - bis am Ende ein wunderschönes, neues Schmuckstück entstanden ist. 

Woher nimmst Du Deine Motivation bzw. was motiviert Dich im Alltag am meisten?

Ganz klar: seeing my baby grow! Ich kann es immer noch nicht glauben, dass wir schon so viele Menschen mit unserem Schmuck glücklich machen durften. Ich versuche immer proaktiv zu sein und neue Wege auszuprobieren und dadurch öffnen sich manchmal unglaublich tolle Türen. Anfang 2020 stand ich noch ganz am Anfang und heute durfte ich Teil der Berlin Fashion Week sein. Mich motiviert der Gedanke, dass es noch so viele Dinge für mich und Dear Darling Berlin zu entdecken und erreichen gibt, von denen ich heute noch gar nichts weiß.

Was hattest Du Dir vor der Gründung leichter vorgestellt als es dann im Endeffekt war?

Die emotionalen Ups and Downs. Klar, bevor du gründest sagt dir jeder „es wird Höhe- und Tiefpunkte geben“ und man weiß ja auch, dass das einfach dazu gehört. Wenn man aber mit so viel Herz drin steckt, können Niederschläge ganz schön weh tun. Sich an den Hochs zu freuen, die Euphorie zu speichern und sich dann in den Tiefs daran erinnern und Kraft daraus zu ziehen, das ist wirklich eine Challenge, die ich mir leichter vorgestellt habe.

Was war Dein größter Erfolg bisher?

Mein größter Erfolg bisher (neben der Tatsache, dass wir in der VOGUE waren!) ist, dass ich es bis hier hin geschafft habe. Mit jeder Menge Herz, Energie, Schweiss, Tränen & co habe ich dafür gearbeitet mein junges Unternehmen aufzubauen. Ich bin sehr dankbar für alles, was sich bisher für mich ergeben hat, die wunderbaren Menschen, die ich bisher kennenlernen durfte und stolz darauf, dass ich immer weiter gemacht habe.

Was ist der beste Ratschlag, den Du je bekommen hast?

Alles hat seine Zeit & man wächst an seinen Aufgaben. Eine kurze Hintergrunderklärung hierzu: ich bin generell ein eher ungeduldiger und perfektionistischer, ambitionierter Mensch. Wenn es mir also nicht schnell genug geht oder etwas nicht in Perfektion ausgeführt wird, frustriert mich das schnell und daher muss ich mich immer an diesen Ratschlag erinnern.

Wie soll es für Dich und Dein Label in der Zukunft weitergehen?

Ich freue mich sehr, dass man langsam auch wieder mehr offline machen kann. So schön es ist, einen Online-Shop zu haben und sich über Instagram und E-Mails auszutauschen, das persönliche Treffen vor Ort kann es nicht vollständig ersetzen. Ich wünsche mir sehr, dass wir im nächsten Jahr dazu kommen mit ein paar ausgewählten Concept Stores und Boutiquen zusammenarbeiten zu können, die unsere Schmuckstücke ausstellen und für unsere Kund*innen vor Ort erlebbar machen. Ich wünsche mir, dass mein Team weiter wächst und ich Menschen mit meinem kleinen Label auch weiterhin eine Freude machen kann. Sehr gerne würde ich noch weitere Kollektionen und Schmuckstücke launchen, kontinuierlich aber in nachhaltigem und verantwortungsvollem Tempo. No Fast Fashion. Und der Traum vom eigenen Store, der lebt natürlich auch in mir…

Als Unternehmerin hört die Arbeit praktisch nie auf. Wie findest Du da einen Ausgleich? Hast Du Tipps & Tricks, um eine gelungene Balance zu finden? 

Da muss ich ganz ehrlich sein - den Ausgleichs-Dreh hab ich noch nicht so ganz raus. Auch wenn ich schon über ein Jahr selbstständig bin, irgendwie fällt es mir immer noch schwer den Laptop abends zuzuklappen und mir Ruhepausen zu gönnen (meine Freunde und Familie können davon ein Liedchen singen! ;)). Wenn ich es dann aber doch mal schaffe, dann besuche ich gern meine Familie (die in Süddeutschland lebt) übers Wochenende oder gehe mal einen halben Tag unter der Woche in ein SPA in Berlin.

Was ist Dein Must-Have der Saison?

Normalerweise trage ich hauptsächlich beige, braun, schwarz und weiß. Diese Saison möchte ich aber ein paar knallige Farbakzente setzen! Gerade habe ich mir einen grasgrünen Sweater gekauft und ich möchte auch noch etwas in Rot - egal ob Hose, Shirt, Jacke, Tasche. Dazu kann man zeitlose Basics dann super kombinieren und hat trotzdem einen Eye-Catcher :)

 

Weitere Infos über Lisa und DEAR DARLING BERLIN findest Du hier

P.S.: Wir haben gemeinsam mit DEAR DARLING BERLIN eine ganz besondere Überraschung für Dich und verlosen noch bis Sonntag jeweils zwei stylische Sets auf unserem Instagram Profil sowie auf dem DEAR DARLING BERLIN Account.